"Du bist nicht allein"

Liebe Gemeinde,
die Karwoche hat begonnen und so ein bisschen gleichen unsere letzten Wochen denen der Jünger Jesu. Sie sind mit ihm unterwegs, erleben ihn in Klarheit und Stärke. Alles scheint möglich. Veränderung bahnt sich an. Der jubelnde Einzug in Jerusalem. Wie die Helden ihrer Zeit. Ein gemeinsames Mahl. Und plötzlich verändert sich die Stimmung. Von Verrat ist die Rede. Von Tod. Sicher, Jesus hatte in den letzten Tagen immer wieder Andeutungen gemacht. So richtig verständlich war das aber nicht. Und dann? Binnen weniger Stunden ist alles anders. Wie eine große Welle werden die Jünger mitgerissen, können nicht begreifen, nicht fassen, was geschieht. Haben scheinbar nichts, auf das Sie vertrauen können. Und das macht Angst. Damals wie heute. So ähnlich geht es uns doch auch. Grad noch mitten drin im Leben. Fast ungebremstes Wirtschaftswachstum, Sicherheit, volle Regale in den Märkten, alles jeder Zeit verfügbar. Ja, es gab die eine oder andere mahnende Stimme. Von der Klimakatastrophe war die Rede, von sozialer Ungerechtigkeit, daß das nicht ewig so weitergehen kann mit dem Fortschritt, vom Elend in den Flüchtlingslagern. Und dann kommt dieser Virus und plötzlich ist unser altes Leben vorbei. Grundsätzliches in Frage gestellt. Nicht wir entscheiden mehr über den Verlauf. Die Entscheidungshoheit liegt in anderen Händen. Und das macht uns hilflos, ausgeliefert. Wir haben keine Erfahrung, auf die wir zurückgreifen können. Und da ist sie wieder – die Angst. Wir wissen nicht, wie es nach dieser Krise weitergeht. Wir ahnen – es bleibt auch diesmal nichts wie es war.

Im Hinblick aber auf das österliche Geschehen in Jerusalem sind wir den Jüngern ein Stück voraus. Wir wissen, das Gott dem Leben den Tod nicht erspart hat. Aber er hat ihm die Macht genommen. Und hat mit dem Tod und der Auferstehung eine Veränderung möglich gemacht, die allen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrem Geschlecht, ihrer Religion gilt.

Durch seinen Tod hat Er unseren Tod vernichtet, und durch seine Auferstehung das Leben neu geschaffen“ 

Was für eine Aufforderung an uns, unseren Glauben, unser Handeln. Welche einzigartige Chance steckt in ihr und gilt weiter. Über die Jahrtausende hinweg, jeden Tag wieder. Und ist nicht genau das die Botschaft, die wir jetzt alle brauchen. Auch diese Krise gibt uns die Chance, unser Leben, unsere Werte, unser Denken und Handeln neu zu bedenken. Uns neu auszurichten. Hin zu der Liebe Gottes. Wenn das der  Maßstab unseres Handelns ist und bleibt, dann überstehen wir diese Krise, dann blüht uns allen ein Ostersonntag, der uns, unser Leben und unser Gesellschaft nachhaltig verändert. Für alle, die in diesen Tag allein sind, die geplagt sind von Ängsten, die sich sorgen müssen um ihre Existenzen, die vom Leben ein Stück abgeschieden sind, gilt unser Angebot:

 Rufen Sie an, schreiben Sie uns. Wir sind für sie da.

Gemeinsam mit Ihnen wollen wir

  • eine Andacht am Karfreitag zur Sterbestunde Jesu und
  • die Osternacht

per Videogottesdienst feiern. Beides wurde aufgezeichnet und steht ab Freitag bzw. Samstagnacht hier zu Ihrer Verfügung.

So können wir trotz aller Distanz miteinander verbunden sein. Und vielleicht halten sie mit uns inne, wenn am Ostersonntag um 12.00 Uhr alle Glöcken läuten. In der Zeit zwischen 11.30 und 12.30 besteht an allen drei Kirchen die Möglichkeit sich ,mit den gebotenen Sicherheitsmaßnahmen und entsprechenden staatlichen Vorgaben, an der Osterkerze ein Osterlicht zu entzünden und mit nach hause zu nehmen.

 Für seelsorgerliche Gespräche stehen wir auch weiterhin zur Verfügung:

  •  Pfarrer Klaus Göpfert und Pfarrerin Gertrud Göpfert – ☎ (08671) 97 83 18; Email: Klaus.göpfert@elkb.de bzw. Gertrud.göpfert@elkb.de
  • Pfarrer Alexander Schmidt – ☎ (08634) 9 86 77 00;

Email: Alexander.schmidt@elkb.de

Wenn Sie Interesse an einem Telefonkreis haben, wenden Sie sich an:

  • Kirchenvorstand: Frau Dr. Katharina Hantschmann – ☎ (08671) 95 71 71;

Email: Katharina.hantschmann@yahoo.de